Der richtige Reifendruck beim Auto – alles Wichtige zum Thema
25. Februar 2025 von Irene Wallner

Der richtige Reifendruck ist nicht nur wichtig, um sicher unterwegs zu sein, sondern hat auch noch den Vorteil, dass man Sprit spart und die Reifen schont. Wir zeigen dir, auf was man achten muss und wie du den richtigen Reifendruck für dein Fahrzeug findest.
⏰ Kurz zusammengefasst
- Reifendruck alle 2 Wochen prüfen
- Lieber zu viel als zu wenig Druck
- Starker Druckverlust kann zu Reifenplatzern führen
- Reifengas bringt weniger als versprochen wird
- Seit Ende 2014 hat jeder Neuwagen ein Reifendruck-Kontrollsystem
- Warnmeldung bei falschem Reifendruck
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Wie messe ich den Luftdruck der Reifen?
Tendenziell messen Autofahrende den Reifendruck viel zu selten. Wann sollte man den Reifendruck überprüfen? Alle 14 Tage! Ja, so oft solltest du den Reifendruck prüfen, denn der Druck kann schneller entweichen als man denkt. Plane einfach regelmäßig bei Tankstopps ein paar Minuten mehr ein. Messgeräte finden sich an den meisten Tankstellen und sind auch oftmals kostenlos zu nutzen.
Besonders wichtig ist es den Reifendruck nach dem Wechsel auf Winterreifen oder natürlich auch umgekehrt zu prüfen. Vor allem auch, wenn du Schneeketten aufziehen möchtest, ist der Druck wichtig. Durch die lange Lagerung der Reifen ist meist eine Menge Luft entwichen.

Was ist beim Kontrollieren des Reifenluftdrucks zu berücksichtigen?
Um den Reifendruck richtig checken zu können, solltest du erstmal ein paar Kilometer fahren. Außerdem macht es Sinn, dass die Außentemperatur – wenn möglich – um die 20 Grad beträgt. Achte außerdem darauf, dass die Felge nicht beschädigt oder verbeult ist: Siehst du Schäden, kann eine Felgenreparatur notwendig sein.
So misst du den Reifendruck richtig:
- Ventilkappen abschrauben
- Stecker des Messgeräts anstecken
- Wenn Zischgeräusch nicht verschwindet, sitzt der Stecker falsch
- Druck auf Anzeige des Geräts ablesen
- Mit Plus- und Minusreglern Luftmenge ein- oder ablassen
- Auf richtigen Reifendruck je nach Beladung achten
Wenn du das Auto für eine Urlaubsfahrt voll beladen hast, dann muss der Reifendruck entsprechend angepasst werden. Ansonsten sollte im Alltag ein Druckwert ausreichen. Wenn du Hypermiling ausprobieren willst, ist der Reifendruck ebenfalls entscheidend. Und nicht vergessen: Jeder Reifen möchte geprüft werden – auch das Ersatzrad, falls vorhanden. Das brauchst du allerdings nicht, wenn Runflat-Reifen aufgezogen sind.
Wie finde ich den richtigen Reifendruck für mein Auto?
Als optimal gilt bei Pkws ein Reifendruck von ungefähr 2,5 Bar. Es gibt allerdings verschiedene Werte je nach Reifen- und Autoherstellern, auf die man im besten Fall achten sollte. Damit du den richtigen Reifendruck genau für dein Fahrzeug findest, solltest di dich in der Reifendrucktabelle informieren. Dort findest du auch den Druck, bei hoher Ladung oder vielen Mitfahrenden.
In jeder Betriebsanleitung eines Pkws findest du unter der Kategorie Reifen eine entsprechende Reifendrucktabelle, an der du dich orientieren solltest. Vorder- und Hinterreifen weisen meist nicht den gleichen Druck auf, auch das ist normal. Wer gerne mal auf einer abgesperrten Strecke driften möchte, braucht ebenfalls einen anderen Reifendruck auf den Hinterrädern. Abhängig ist der Druck auch von der Art des Antriebs: Allrad-, Front- oder Heckantrieb?
Viele Hersteller bieten auch über ihr Bediensystem die Möglichkeit, den Reifendruck zurückzusetzen, beispielsweise Audi MMI.
Optimaler Reifendruck für Winterreifen
Der Reifendruck fällt bei Kälte ab, deshalb ist das Messen des Drucks im Winter erst recht wichtig. Das Abfallen des Drucks kommt deshalb zustande, weil sich Stoffe bei Kälte zusammenziehen. Wenn man im Winter bei sehr ungünstigen Wetterverhältnissen unterwegs ist, dann macht es sogar Sinn, dass der Reifendruck ein wenig geringer ist als angegeben. Das führt dazu, dass die Auflagefläche des Reifens breiter ist und er mehr Grip hat, was die Gefahr wegzurutschen etwas verringern kann.
Reifenluftdruck für Wohnwagen und Anhänger
Genau wie bei Autoreifen hängt der richtige Reifendruck bei Wohnwagen und Anhängern von Reifen und Felge ab. Je nachdem wie groß Reifen und Rad sind und wie viel der Anhänger wiegt, kann der Reifendruck bei einem Anhänger zwischen 2,4 und 8,2 Bar liegen. Der maximale Reifendruck ist auf dem Anhängerreifen angegeben, schau vorab dort nach.
Bei Wohnwagen gibt es auch keinen allgemein gültigen Wert – denn auch hier ist der richtige Druck abhängig vom Gefährt. Man kann aber sagen, dass du lieber etwas zu viel Druck als zu wenig haben solltest. Bei kleinen und mittleren Wohnwagen sind es meist um die 3 Bar, wenn das Wohnmobil mehr als 1.300 Kilogramm wiegt, dann sind meist Schwerlastreifen aufgezogen. Diese brauchen mehr Druck, meist zwischen 4 und 4,5 Bar.
Reifen befüllen – so geht’s
Wie du den Reifendruck misst, haben wir dir weiter oben schon beschrieben. Sollte sich herausstellen, dass Luft fehlt, kannst du ganz einfach deinen Reifen befüllen:
- Fahr zur Tankstelle, dort gibt es kostenlos Geräte
- Schau in der Bedienungsanleitung nach, welcher Reifendruck optimal ist
- Düse des Kompressors auf Ventil des Reifens setzen
- Luft in Reifen pumpen; aktueller Druck wird am Kompressor angezeigt
Wenn dir das zu kompliziert ist, kannst du dir auch einen vollautomatischen Kompressor besorgen. Dort gibst du einfach ein, wie hoch der Bar-Wert im Reifen sein soll, steckst es an und das Gerät pumpt solange Luft hinein, bis der eingestellte Wert erreicht ist.
Was passiert bei falschem Reifendruck?
Wenn der Druck im Reifen nicht passt, dann merkt man das beim Fahren schnell.
Wie wirkt sich eine wesentliche Unterschreitung des empfohlenen Reifendrucks aus?
Vor allem, wenn der Reifendruck zu niedrig ist, ist kein sicheres Fahrverhalten mehr gegeben. Das Fahrzeug verhält sich instabil und zu niedriger Druck kann im schlimmsten Fall auch zu einem Reifenplatzer führen. Schwammiges Fahren und ein unruhiges Heck sind außerdem Anhaltspunkte für zu wenig Luft. Auch der Bremsweg wird länger, wenn der Reifen nicht richtig befüllt ist. Wenn erheblich zu wenig Druck vorhanden ist, kann es sogar sein, dass das ESP eingreift – das ist dann die letzte Warnung Ihren Reifendruck zu kontrollieren.
Neben der Sicherheit erhöht sich auch der Inhalt deines Geldbeutels, wenn du auf den richtigen Druck achtest. Denn wenn zu wenig Luft im Reifen ist, erhöht sich der Spritverbrauch und auch der Reifenverschleiß steigt an. Somit benötigst du deutlich früher wieder Benzin und ein platter Reifen ist vorprogrammiert, was nicht gerade wenig Kosten verursacht. Den Altreifen solltest du dann unbedingt richtig entsorgen.
Auch die Gefahr eines Aquaplaning bei nasser Straße steigt, wenn der Reifen zu wenig Haftung hat.
Was passiert bei einer wesentlichen Überschreitung des optimalen Reifendrucks?
Solltest du versehentlich zu viel Luft in den Reifen gepumpt haben, dann ist dies weniger schlimm als zu wenig Druck. Zu hoch sollte die Abweichung vom empfohlenen Reifendruck aber auch nicht sein. Wenn 0,2 bis 0,3 Bar mehr eingefüllt wurden, ist das aber kein Problem.
Gefährlich wird es aber auch hier, wenn deutlich zu viel Druck im Reifen ist. Denn die Auflagefläche wird verringert und man hat weniger Grip auf der Straße. Das kann zu schnell durchdrehenden Reifen führen, vor allem, wenn die Straße nass ist. Bei dauerhaft zu hohem Luftdruck wird außerdem das Reifenprofil ungleichmäßig abgefahren und der Reifen muss früher ersetzt werden als eigentlich nötig wäre.
Wenn der Reifendruck deutlich zu hoch ist, hat nur noch die Mitte der Reifenlauffläche Kontakt zum Boden. Schon bei einem 0,6 bar höherem Luftdruck kann der Reifen zu hüpfen anfangen und hat damit keinen Kontakt zur Straße mehr. Die Stabilität in der Kurve nimmt ab und auch der Bremsweg verlängert sich.
Mit zu viel Luft im Reifen ist also auch nicht zu spaßen und zusätzlich ist der Reifen auch anfälliger für eine Panne.
Reifengas: Was ist das – und ist es sinnvoll?
Ein Reifen kann neben Druckluft auch mit Stickstoff, dem sogenannten Reifengas befüllt werden. Reifengas wird eigentlich dann eingesetzt, wenn die Reifen hohen Belastungen standhalten müssen und damit mehr Sicherheit erforderlich ist. Bei Rennwagen, Gefahrguttransporten oder Flugzeugen wird beispielsweise Reifengas verwendet.
Will man die Reifen seines normalen Autos mit Reifengas befüllen lassen, kostet das zwischen 10 und 20 Euro für alle vier Reifen. Die Vorteile sollen sein, dass der Druck konstant bleibt und die Luft länger im Reifen verbleibt. Allerdings lohnt es sich nicht – die Gründe sind folgende:
- Korrigieren des Drucks an Tankstelle geht nur mit normaler Luft
- Auch normale Luft hat hohen Stickstoffgehalt
- Bei normalem Einsatz des Fahrzeugs fallen Vorteile kaum auf
- Reifengas entweicht auch – lediglich geringer Unterschied
Was bewirkt ein Reifendruck-Kontrollsystem?
Eine sehr sinnvolle Assistenzeinrichtung ist seit Ende 2014 für jeden neu zugelassenen Wagen Pflicht. Die Rede ist vom Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS). Solche Systeme können von Hersteller zu Hersteller anders sein, doch eines haben sie immer gemeinsam: Sie warnen den Fahrenden, wenn der Reifendruck nicht in Ordnung ist.
Es gibt einmal direkte Systeme. Hier sind an allen Reifen Drucksensoren angebracht, die dann erkennen, ob ein Reifen zu wenig oder zu viel Luft hat. Die indirekten Systeme können den Druck über die ABS- oder ESP-Sensoren erkennen, die ebenfalls an den Reifen angebracht sind. Wenn ein Warnsignal ertönt, dann ist es auf jeden Fall Zeit, den Druck zu prüfen.
Außerdem kann die Reifendruck-Kontrollleuchte aufleuchten. Wenn du das Reifendruck-Symbol siehst, dann ist es Zeit, den Druck zu überprüfen.
Der Nachteil von direkten Systemen ist, dass bei jedem Reifenwechsel die Sensoren wieder angebracht werden müssen. Das macht den Reifenwechsel relativ aufwändig und auch teuer, denn je Sensor kann man zusätzlich zum Reifenwechsel nochmal 50 Euro rechnen.
Egal ob du einen Neuwagen mit Reifendruck-Kontrollsystem oder ein älteres Modell ohne dieses Assistenzsystem hast, eine regelmäßige Kontrolle durch dich selbst ersetzt das System nicht.