MINI Cooper Cabrio Testbericht
Das Mini Cooper Cabrio zeigt sich in seiner 4. Generation moderner im Look und Cockpit. Es bereitet mit seinem direkten Handling, seinem pfiffigen Stoffverdeck und seinen Motoren viel Fahrspaß.
Was gut ist
Was nicht so gut ist
MINI Cooper Cabrio: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
Bewertung des Mini Cooper Cabrio
Das Mini Cooper Cabrio tritt mit einem neue Look, attraktiven Cockpit und moderner Multimedia- und Sicherheitsausstattung an. Es ist sich dabei grundsätzlich in seiner Philosophie treu geblieben. Das viersitzige Cabrio kombiniert auf 3,88 Metern Länge viel Fahrspaß mit begrenzten Platzverhältnissen und einer pfiffigen Verdeck-Philosophie.
Auf den größeren Vordersitzen muss man sich keine Sorge um die Bewegungsfreiheit machen. Auch nicht als großer Mensch. Das Textilverdeck öffnet sich wie im Vorgänger elektrisch und lässt sich an die Witterung adaptieren. Im ersten Schritt als Schiebedach, was auch bei kühlen Temperaturen offen fahren möglich macht. Im zweiten Schritt öffnet es sich komplett, was mit herunter gefahrenen Seitenscheiben für die maximale Frischluftzufuhr sorgt.
Hinten tobt dann der Sturm. Wenn man hier sitzen kann. Als Kind funktioniert das, aber nicht als Erwachsener. Wenig geht mit 160 bis 215 Liter Volumen auch im Kofferraum, weit mehr auf kurvigen Landstraßen.
Mini-typisch arbeitet die Lenkung sehr direkt, ist das Fahrwerk fahrdynamisch ausgelegt und das Fahrverhalten handlich und transparent wie in kaum einem anderen seiner Größenklasse. Die 2,0-Liter-Turbobenziner mit 163, 204 und 231 PS Leistung tragen im Cooper C Cabrio, S Cabrio und John Cooper Works Cabrio dazu bei, dass der Fahrspaß auch auf den Geraden nicht auf der Strecke bleibt. Mit dem Topmotor beschleunigt das 1,5 Tonnen schwere Mini Cabrio in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Erst bei 245 km/h hat die Beschleunigung ein Ende – sollte reichen in einem viersitzigen Cabrio.
Das Mini Cooper Cabrio glänzt im Cockpit und Interieur mit dem Look des geschlossenen Cooper. Das Bedienzentrum bildet der elegante 24-cm-OLED-Rundbildschirm. Über den läuft im Fahrzeug fast alles ab, was Infotainment und Fahrzeugeinstellungen betrifft. Sogar die Tempoanzeige, wenn das Head-up-Display nicht extra bestellt wurde. Die Bestellung hat ihren Preis, aber auch einzigartige Qualitäten. Als viersitziges Cabrio mit Benzinmotor steht das Mini Cabrio der 4. Generation mittlerweile ziemlich alleine da, weil der Fiat 500C und Abarth 500C nur noch mit Elektromotor zu bekommen sind.
Wie viel kostet das MINI Cooper Cabrio?
Leistung und Fahrkomfort
Das Mini Cabrio der Generation 4 steht ausschließlich mit Benzinmotoren im Angebot. Mit 163 PS Leistung im Cooper C Cabrio, 204 PS im Cooper S Cabrio und 231 PS im John Cooper Works Cabrio. Die 7-Gang-Automatik regelt den Kraftfluss hintergründig. Ein Dieselmotor zählt nicht zum Motorenangebot. Ein Elektromotor, der im Cooper 3- und 5-Türer, Aceman und Countryman arbeitet, kommt im Cabrio nicht zum Einsatz.
Warum mehr?
Die 163 PS im Mini Cooper C Cabrio sind eine gute Wahl, wenn Cabrio fahren mehr zählt als Raserei. Schon mit dem schwächsten, aber nicht schwachen Motor kommt Fahrspaß auf, denn der 2,0-Liter-Vierzylinder hat die 1,4 Tonnen gut im Griff. Bereits bei 1.520 Umdrehungen ist die volle Portion Drehmoment produziert. 250 Newtonmeter schnappen sich die Vorderräder.
Schießt man mehr Drehzahl zu, kommt der Turbomotor noch mehr auf. Zwischen 5.000 und 6.500 Umdrehungen liegt die volle Leistung an der Vorderachse an. Das genügt, um in 8,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h zu erreichen, was im Cabrio voll und ganz genügt.
Darum mehr?
Das Mini Cooper S Cabrio setzt auf die gleiche Motorbasis, produziert bei gleicher Drehzahl aber mit den vier Zylindern aus den 1.998 Kubikzentimetern Hubraum mehr Leistung und Drehmoment: 204 PS und 300 Nm. Damit fährt das S Cabrio 237 km/h und spurtet in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Motor ist gefühlt genau der richtige, wenn man im Motor das Herz eines Autos sieht. Er hat nicht zu viel und nicht zu wenig Leistung. Nur am Motorsound könnte man etwas arbeiten. Die begeisternden heftigen Schläge im Auspufftrakt wie im ersten Cooper S Cabrio mit dem Kompressor sind hier nicht mehr zu hören. Trotzdem kommt mit diesem Motor enorm Fahrspaß auf. Und das zum akzeptablen Aufpreis von 3.500 Euro.
Noch mehr?
Die schärfste Performance serviert traditionell der John Cooper Works (JCW) im Mini. Im JCW Cabrio produziert der 2,0-Liter-Vierzylinderturbo 380 Nm und 231 PS. Die Beschleunigung gelingt vehement. In 6,4 Sekunden schießt der JCW auf 100 und mit 245 km/h über die Autobahn. Standesgemäß im Modus „Go-Kart“, der neben „Core“, „Green“, „Vivid“ und „Personal“ zur Wahl steht. In diesem lenkt das Mini Cabrio noch schärfer ein. Der Puls pocht intensiver. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe dreht höher aus und kommt weniger schnell wieder herunter von den Drehzahlen. Oder, noch besser: Man dirigiert den Motor mit den Schaltpaddles am Lenkrad.
Das Handling des Mini Cabrios ist Straßeninformation und Transparenz in 3D. Die Lenkung ist so direkt wie mitteilungswilllig. Mit provozierten Lastwechseln lässt sich mit dem Heck spielen, was das Einlenken noch verbessert. Um die Längsachse ist der Mini fröhlich lebendig. Gefühlsecht, gut markierend, sicher. Die Bremse greift taff, mit dem richtigen Gefühl auf dem Bremspedal. Das Fahrverhalten ist Mini. Und der Komfort? Das Mini Cooper Cabrio liegt nicht bretthart, eher straff, mit akzeptablen Restkomfort.
Welchen Motor nehmen?
Für welchen Motor entscheidet man sich? Jeder Motor ist eine richtige Wahl, aber der im Cooper S Cabrio repräsentiert angesichts der Performance und Preis-Leistung die goldene Mitte.
Platz und Praxistauglichkeit
Viersitzige Cabrios haben sich in den letzten Jahren rar gemacht auf dem Markt. In der Klasse der kompakten Viersitzer mit Verbrennungsmotor ist das Mini Cooper Cabrio zum Alleinunterhalter geworden. Die ehemaligen Kontrahenten Fiat 500C und Abarth 500C flüstern nur noch elektrisch.
Generation IV
Die 3,88 x 1,74 x 1,43 Meter Länge x Breite x Höhe der vierten Mini Cooper Cabrio Generation sind das, was sie immer waren. Stadtfein, parkfreundlich, platzbegrenzt hinten. Das Raumangebot ähnelt dem alten Mini Cabrio: zwei Türen, 2+2 Sitzplätze, kompakter Kofferraum.
Mit 1,90 Metern von der Sohle bis zur Basecap sitzt man auf den Vordersitzen bequem, mit gutem Seitenhalt und in passend tiefer Sitzposition. Optional mit Sitzheizung und Sitzmassage oder im John Cooper Works-Sportsitz hinter dem Lenkrad mit zwei Speichen und neckischen Riemen über der John Cooper Works-Plakette.
Ablagen finden sich genug. Schmale Türfächer, ein doppelter Becherhalter, ein Handschuhfach. In der Armlehne, die zwischen den Vordersitzen unverrückbar steht, lässt sich nichts verstauen. Deshalb thront eine Art Butterdose auf der Mittelkonsole, die sich mit einer Schlaufe öffnen lässt.
Im besten Fall zieht es
Im besten Fall zieht es im Mini Cooper Cabrio. Dann ist das elektrische Verdeck voll geöffnet und die Seitenscheiben sind im Fensterschacht eingerückt. Das Verdeck öffnet sich in zwei Schritten. Im ersten fungiert das Textilverdeck, einen Spalt geöffnet, als Schiebedach. Das kommt gut bei niedrigen Temperaturen. Im zweiten öffnet es voll und der Verdeckstoff stapelt sich ganz klassisch am Heck. In 18 Sekunden ist dies geschehen. Auch in Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Bei einer Fahrt zu zweit kann das hinten eingeklemmte Windschott den Zug zügeln.
Ideal für Grundschüler
Auf den zwei Sitzposten der Rückbank sitzt man nur als kleiner Mensch gut. Nicht als Erwachsener. Schon der Weg dorthin ist ein Martyrium. Und der Ausstieg eine Turnübung. Sieht man es positiv: Die Sitzbank bietet Kindern ordentlich Kontur und Halt im Polster. Fährt man zu zweit, gibt die Bank hinter den Vordersitzen eine gute Ablage ab für Taschen, Utensilien und Jacken.
Koffer-Raum?
Dahinter ist im Mini Cooper Cabrio nicht mehr viel zu verstauen. Wie im Fiat 500C und Abarth 500C ist der Kofferraum der Rest, der vom Mini Cooper Cabrio nach 3,88 Metern übrig bleibt. 215 Liter passen hinein, wenn das Verdeck geschlossen ist. Auf schmale 160 Liter reduziert sich die Kofferraumkapazität hinter der schmalen Klappe, wenn der Textildeckel geöffnet wurde.
Bestens an die Luft gesetzt
Der gute Trost zum Schluss: Mehr Kofferraumkapazität kann man und sollte man in diesem Format nicht erwarten. Auch im Mini Cooper mit festem Dach geht nicht mehr ins Kofferabteil. Aber der bereitet nicht so viel Frischluftfreuden. Das war in der ersten, zweiten und dritten Generation so und setzt sich mit der vierten fort. Und das zu einem Aufpreis gegenüber dem Cooper mit Festdach (4.000 Euro), der es Wert ist, an die Luft gesetzt zu werden.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Mini und Alltag? Man freut sich tagtäglich auf das Einsteigen, weil das Mini Cockpit so anders als gewöhnlich und gewohnt ist.
Vor der Nase blickt man erst einmal ins Leere. Deshalb empfiehlt es sich, mindestens das „XS“-Paket mit zu bestellen, denn ab dem blickt man direkt hinter dem Lenkrad aufs Head-up-Display. Leider nur auf ein günstiges mit Plastikscheibe.
Den Bedienmittelpunkt im Cockpit, das bis auf einige günstigere Kunststoffe seine Qualitäten hat, bildet der feine und gestochen scharf anzeigende OELD-Rundbildschirm im 24 Zentimeter-Format. Über den wird fast alles geregelt. Der Bildschirm wirkt dadurch etwas überfrachtet. An die Menüstruktur muss man sich gewöhnen und tut es, weil sie recht schnell durchschaubar ist.
Runde Unterhaltung
Man tippt, wischt und scrollt durch die Menüs. Das Infotainment arbeitet schnell und ist hübsch anzusehen. Ein Ruf „Hey Mini!“ und „Spike“ erscheint, eine süße Mischung aus Hund und Nilpferd. Die Zieleingabe per Sprachsteuerung klappt sehr gut. Im Test mit 100 % Trefferquote.
Der Rundbildschirm ist ein Spielplatz, der Männer zu Kindern macht und Kinder anmacht: Kamera für den Innenraum, Videos über TiVo, AirConsole Games mit dem angedockten Handy zocken … Aber nicht alles läuft über den Screen ab. Es finden sich auch noch Tasten und Steller für die Lautstärke und die Fahrprogramme – die „Experience Modes“.
Mit den Experience Modes – vom „Green“- bis zum „Go-Kart“-Modus – lassen sich die Darstellung des Cockpitdisplays, die Beleuchtung und einiges mehr verändern. Im „Go-Kart“-Modus zeigt der Bildschirm, was für sportliches Fahren im Mini Cooper Cabrio interessant ist: die Öltemperatur, den Ladedruck, die Querbeschleunigung, die Leistung und das aktuell anliegende Drehmoment.
Das Smartphone wird über Apple CarPlay oder Android Auto ins Infotainment eingebunden und lässt sich auf der induktiven Ladefläche, sicher fixiert mit der Schlaufe, laden. Bestellt man das teure „M“-Paket, macht das Harman Kardon Soundsystem die Musik. Bestellt man das noch etwas teurere „L“-Paket, ist das Navigationssystem inklusive, das vor einer Abbiegung mit Augmented Reality das Livebild der Frontkamera mit darüber eingeblendeten Abbiegepfeilen auf dem Bildschirm anzeigt.
Kraftstoffverbrauch, Ausstoß und Abgasnorm
Der Auspuff ist am Mini Cooper Cabrio kein Statussymbol mehr. Er versteckt sich. Dezent hinter dem Heckdiffusor. Mehr als die Protzereien am Auspufftrakt zählen im neuen Mini Cooper Cabrio niedrige Verbrauchswerte und Schadstoffemissionen.
Das Mini Cooper C Cabrio mit der 163-PS-Maschine genehmigt sich, wenn man die Werte des WLTP-Verbrauchs zugrunde legt, alle 100 km zwischen 6,5 und 6,6 Liter Super. Der CO2-Ausstoß pendelt unter diesen Bedingungen zwischen 147 und 149 g/km. Damit erfüllt dieser Motor wie alle Motoren im Mini Cabrio die Abgasnorm EU6e.
Das Mini Cooper S Cabrio wird mit einem Schadstoffausstoß zwischen 148 und 150 g/km und dem gleichen Kraftstoffverbrauch angegeben. Im Mini John Cooper Works Cabrio fließen ein paar Tropfen mehr aus dem 44 Liter großen Tank. Mit 6,8 bis 7,1 Liter alle 100 km hält sich der Mehrverbrauch aber in Grenzen. Der Kraftstoffverbrauch hängt genauso wie die CO2-Emissionen, die mit 155 bis 161 g/km angegeben werden, vom eigenen Fahrstil und dem gewählten Fahrmodus ab.
Im Modus „Green“ ist der Verbrauch tendenziell am niedrigsten, in den Fahrmodi „Sport“ und „Go-Kart“ mit höherem Drehzahlniveau tendenziell am höchsten. Im „Green“-Modus nimmt der Antrieb vom Drehmoment und Kraftaufbau spürbar eine Schippe raus, sodass er nicht zu den Favoriten unter den Fahrprogrammen im Mini Cabrio zählt. Im Test, wo zumeist der Standardmodus „Core“ aktiviert war, aber auch gelegentlich der „Go-Kart“-Modus gezündet wurde, landete der Testverbrauch im Cooper S bei 8,2 Liter/100km.
Sicherheit und Schutz
Die Zahl der Assistenten ist nicht in jedem Mini Cabrio gleich und vom Ausstattungspaket abhängig. Zur Grundausstattung zählen der Toter-Winkel-Assistent, der Spurwechsel- und Frontkollisionswarner mit Bremseingriff, der Rückfahrassistent, der Tempomat, die Rückfahrkamera und die bei plötzlich auftauchenden Radfahrern hilfreiche Heckkollision-Prävention.
Die Verkehrszeichenerkennung ist eine intelligent gemachte, denn sie zeigt nicht nur das aktuelle Geschwindigkeitslimit, sondern auch schon das kommende in ein paar hundert Metern Entfernung an – was vorausschauendes Fahren erleichtert.
Mit dem Paket „XS“ kommt das nicht auf der Frontscheibe anzeigende Head-up-Display hinzu. Mit dem Paket „S“ sorgen zusätzlich die adaptiven LED-Scheinwerfer und der Fernlichtassistent für Sicherheit. Im Paket „L“ genießt man beim Einparken den „Parking Assistant Plus“, der mit 12 Ultraschallsensoren und vier Surround-Kameras ein 360-Grad-Bild auf den runden Bildschirm zaubert. Im Paket „XL“ ist das Mini Cabrio mit dem selbstständig bremsenden und beschleunigenden „Driving Assistant Plus“ maximal abgesichert.
Bereits das Basismodell mit der Grundausstattung schnitt im Euro NCAP Crashtest ordentlich ab. Getestet wurde 2025 allerdings nicht das Mini Cooper Cabrio, sondern der geschlossene Cooper E. Der erreichte 79 % in der Assistenzwertung und 89, 87 und 77 % im Erwachsenen-, Kinder-, und Fußgängerschutz. Im Gesamtergebnis gab es dafür fünf von fünf möglichen Sternen im hierzulande wichtigsten Sicherheitstest.
Zuverlässigkeit und Probleme
Ist die Zuverlässigkeit in der vierten Generation des Mini Cabrio so hoch wie in den Mini Cooper-Modellen der Vergangenheit, sind mehr gute Erlebnisse zu erwarten als Probleme. Kommt es zu denen, gibt Mini mehr Garantie als vorgeschrieben, aber auch nicht besonders viel. Besonders von Herstellern aus Fernost erhält man nach der Neuanschaffung mehr. Fünf, sechs, sieben, zehn oder sogar bei regelmäßiger Wartung bis zu 15 Jahre Garantie. Mini gewährt zwei Jahre Garantie plus ein Jahr Gewährleistung auf das Cooper Cabrio und John Cooper Works Cabrio. Die Anti-Rost-Garantie für die Karosserie läuft für 12 Jahre. Auf die Lackierung gibt es drei Jahre Garantie.